Kommentar von Alexander Rädle
Höchste Zeit für ein Modell-Bahnprojekt

Superhelden. Karikatur: Tomicek
Mehr Güter auf die Schiene. Eine Forderung, die irgendwie an eine Modelleisenbahn erinnert. Ein einfacher Schienenkreis. Nur ein einziger Bahnhof. Da kann der Zug noch so oft im Kreis fahren - einen Zielbahnhof wird er nie erreichen. Er dreht sich nur im Kreis.

Zweifellos würde die Verlagerung von Güterverkehr auf Schiene und Fluss die Umwelt entlasten. Doch so richtig interessiert das niemanden. Die Wirtschaft setzt lieber auf Lastwagen, weil betriebswirtschaftlich günstiger, flexibler und oft auch schneller - vor allem bei kleineren Mengen. Genau die hat die Bahn über viele Jahrzehnte vernachlässigt. Bis in die 1990er Jahre konnte man von fast allen Bahnhöfen so genanntes Stückgut verschicken. Nahezu jede größere Firma hatte einen Gleisanschluss. Heute alles abgebaut oder stillgelegt. Die Bahn konzentriert sich auf Ganzzüge - große Mengen an gleichen Gütern werden direkt von A nach B gefahren. Nur das geht schnell und günstig - und damit konkurrenzfähig.

Die Lkw-Maut hat den Wettbewerbsnachteil der Bahn zwar abgemildert. Zu einem Attraktivitätsschub hat das nicht geführt. Es wird also auch politischen Willen und Druck brauchen, um der Bahn wieder einen Stellenwert zu verschaffen. Höchste Zeit für ein Modell-Bahnprojekt.

alexander.raedle@derneuetag.de
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