Kommentar von Alexander Rädle
Stahlharter Eigentümer

Der Eigentümer. Ein großes Wort. Ein Wort mit Ausstrahlung. Machtvoll. Bedeutend. Wenn es um den Erhalt des Denkmals Maxhütte geht, ist oft vom Eigentümer die Rede. Es soll wohl Distanz schaffen, Abstand zu Max Aicher.

Aicher will für Denkmäler kein Geld ausgeben. Allenfalls möchte er Sachwerte beisteuern, aber auch nur solche, die für ihn keinen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Den Hochofen zum Beispiel. Aus ihm wird nie wieder flüssiges, heißes Eisen fließen, das man weiterverarbeiten und mit Gewinn verkaufen kann - es sei denn, man reißt ihn ab und schmilzt ihn ein. Eine Perspektive, die der Eigentümer ebenfalls in Erwägung zieht, sollte sich niemand finden, der den Erhalt finanziert. Die 10 000 Tonnen Stahl und das Grundstück sind Leistung genug. Was kein Geld bringt, soll weg, was Geld bringt, kann bleiben.

Wer ein wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmer wie Max Aicher ist, mag so denken. Seiner Verantwortung für ein unter Denkmalschutz gestelltes Hüttenwerk und somit das Erbe einer Region und der Industrialisierung Bayerns wird er damit nicht gerecht.
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