Kommentar von Alfred Schwarzmeier
Däbritz ein Aktivposten

Die Französinnen konnten einem leid tun. 45 Minuten lang hatten sie ihren Gegner dominiert, von einer Verlegenheit in die andere gestürzt. Über ein 0:2 oder gar 0:3 zur Pause hätten sich die deutschen Fußball-Frauen nicht beschweren dürfen.

Wie sich die spielerisch unterlegene DFB-Auswahl aber nach dem Rückstand gegen die Niederlage stemmte, verdient Respekt. Da war er wieder, dieser Teamspirit, jener unbedingte Siegeswille, der die Spielerinnen von Bundestrainerin Silvia Neid zum WM-Titel tragen soll.

Dass auf jede im Kader Verlass ist, zeigte Sara Däbritz. Nach 70 Minuten eingewechselt, war die Ebermannsdorferin ein Aktivposten, brachte neue Impulse ins deutsche Spiel. Gut möglich, dass Däbritz auch im Halbfinale wieder als Joker ran muss - und diesmal die US-Amerikanerinnen ihren WM-K.-o. nicht fassen können.

alfred.schwarzmeier@derneuetag.de

Viertelfinale

VF 1: Deutschland - Frankr. 1:1, 5:4 i.E. VF 2: China - USA 0:1 VF 3: Australien - Japan 0:1 VF 4: England - Kanada 2:1

Halbfinale

USA - Deutschland Mi., 1.7., 1 Uhr Japan - England Do., 2.7., 1 Uhr

USA wollen Trauma überwinden

Montreal. (dpa) Zwischen den deutschen Fußballerinnen und den USA herrscht seit langem eine große Rivalität. Schon 32 Länderspiele trugen die Kontrahenten aus, nur gegen Norwegen spielte die DFB-Auswahl noch häufiger (39). Die Gesamtbilanz ist negativ: 20 Mal gingen die US-Girls als Siegerinnen vom Platz, nur sechsmal gewann die deutsche Elf.

Eine Niederlage schmerzt die Amerikanerinnen noch heute. Im Halbfinale der Heim-WM 2003 unterlag das hoch favorisierte US-Team der deutschen Elf mit 0:3. Die historische Pleite am 5. Oktober 2003 im Providence Park von Portland gegen Wiegmann, Meinert, Prinz und Co. war eine Demütigung. Zumal das Team um die Fußball-Legenden Mia Hamm, Kristine Lilly und Torhüterin Briana Scurry seinerzeit eigentlich als unschlagbar galt. Im Finale gegen Schweden gewann das Team von Tina Theune anschließend den ersten WM-Titel für Deutschland.

Davor gab es bei Weltmeisterschaften bereits zwei Duelle. 1991 bei der WM-Premiere in China unterlag die DFB-Elf den USA - ebenfalls im Halbfinale - deutlich mit 2:5. Im Viertelfinale 1999 in Washington war es beim 2:3 aus deutscher Sicht knapper.
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