Kommentar von Alfred Schwarzmeier
Entscheidung macht Sinn

Wenn alles in erwarteten Bahnen verlaufen wäre, dann hätte Bastian Schweinsteiger noch zwei, drei Jahre bei den Bayern gekickt. Ein riesengroßer Blumenstrauß zum Karriereende, hinterher der Wechsel ins Vereinsmanagement. Selten war die Karriere einer Fußball-Ikone so vorgezeichnet wie in diesem Fall.

Schweinsteiger hat sich anders entschieden. Nicht für den geregelten Tagesablauf, sondern für ein neues Ziel. Nicht für das vertraute München, sondern für das ungewohnte Manchester. Es ist ein Entschluss, der Sinn macht.

Der einstige Lausbub aus Kolbermoor hat zwar alle nur denkbaren Trophäen wie Champions-League, Fifa-Klub-Weltmeisterschaft und WM-Pokal gewonnen. Was ihm zur Abrundung einer glanzvollen Laufbahn aber fehlt, ist eine neue Herausforderung. Sich in der Premier League zu beweisen, bei einem Top-Verein wie ManU einzuschlagen, wäre für den fast 31-Jährigen ein großartiger persönlicher Erfolg. Ein größerer als zum neunten oder zehnten Mal im Bayern-Trikot die Meisterschale in die Höhe zu recken.

alfred.schwarzmeier@derneuetag.de

Reaktionen

"Basti ist ein bayerischer Bua und wird uns fehlen."

Bayern-Kapitän Philipp Lahm

"Mir tut es persönlich weh, weil wir befreundet sind."

Bayern-Torhüter Manuel Neuer

"Ein Stück weit traurig. Er war ein Weltklassespieler für den FC Bayern."

Bayern-Verteidiger Jerome Boateng

"Ich glaube, wir werden ihn vermissen." Bayern-Stürmer Mario Götze

"Schweinsteiger ist ein Leader und Weltklassespieler, der jeder Mannschaft seinen Stempel aufdrücken kann, selbstverständlich auch Manchester United."

Bundestrainer Joachim Löw

Pressestimmen

"Telegraph": "Er mag fast 31 sein, aber er ist ein Siegertyp, der Louis van Gaals Team sofort stärken wird. (...) Er ist keine Perspektive, keiner für die Zukunft, er ist ein Spieler, der seit 13 Jahren Siegesmedaillen sammelt."

"Times": "Manchester United bekommt also einen Spieler, der auf die 31 zugeht, kriegserfahren ist und noch nicht gezeigt hat, dass er sich von seinem königlichen Kampf im Maracana vollständig erholt hat. Aber es bekommt auch einen Großen, denn es gibt für Schweinsteiger im modernen Spiel keinen anderen Namen.
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