Kommentar von Alfred Schwarzmeier
Sechziger-Wahnsinn

Die "Löwen"-Anhänger müssen dem Wahnsinn nahe sein. Wieder einmal war der Verein vollmundig in eine neue Saison gestartet, wieder einmal war vom Bundesliga-Aufstieg die Rede: Und zum x-ten Mal klafft ein riesengroßes Loch zwischen Wunschdenken und Realität. Nach zehn Jahren Zweitliga-Tristesse fragt sich mittlerweile jeder 1860-Fan: Wieso bekommt dieser Verein eigentlich überhaupt nichts gebacken?

Eine einfache Antwort gibt es nicht. Die "Löwen" sind mittlerweile in sich selbst gefangen, in einem Kokon von Unzulänglichkeiten, Irrtümern und Fehlentwicklungen. Die Baustellen der letzten Jahre lassen sich gar nicht mehr in Gänze aufzählen. Der Verein hat sich derart in quälenden Stadionstreitigkeiten, etlichen Vorstandsquerelen und grotesken Investorengezank aufgebraucht, dass auf der Strecke blieb, was einen in die Zukunft gerichteten Fußballklub auszeichnet: Beständigkeit.

Der Rauswurf von Alexander Moniz, die elfte Trainerentlassung in zehn Jahren, spricht Bände. Es schwingt die Verzweiflung mit, es wieder einmal nicht auf die Reihe zu bringen. Die Sechziger im Tal der Tränen - ein Entkommen aus dem Wahnsinn ist nicht in Sicht.

alfred.schwarzmeier@derneuetag.de
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