Kommentar von Alfred Schwarzmeier
Überhaupt nicht "staad"

"Olééé super Deutschland" und nicht "Leise rieselt der Schnee" - für die "staade Zeit" 2022 ist Schlimmes zu befürchten. Wenn die Fifa-Pläne durchgehen, die Fußball-WM in Katar im November und Dezember abzuhalten, kann man den besinnlichen Advent in besagtem Jahr getrost in die Tonne treten. Lauter Fußball-Kommerz statt christlicher Einkehr: Die Tragweite der Fifa-Entscheidung haben viele Kirchenobere noch gar nicht richtig realisiert.

Ganz im Gegensatz zu den Fußball-Funktionären. Nicht nur hierzulande, auch weltweit ist mittlerweile die Einsicht gereift, dass diese WM-Vergabe ein totaler Fehlschlag ist. Korruption, Ausbeutung von Gastarbeitern, Ressourcenverschwendung, immense Baukosten - die Liste der Negativa ist gewichtig und lang.

Die beste Lösung wäre gewesen, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen und einen geeigneteren WM-Gastgeber zu finden. Dieser Zug ist aber abgefahren. Den Schaden zu begrenzen, heißt nun vor allem für den europäischen Fußball die Devise. Die Neu-Terminierung der Spielzeiten rund um die Saison 2022/23 wird alles andere als "staad" über die Bühne gehen, sondern zu einer Herkulesaufgabe. Mit unabsehbaren finanziellen Folgen für die Profivereine. "Süßer die Kassen nie klingen" wird da wohl nur die Fifa anstimmen können.

alfred.schwarzmeier@derneuetag.de
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