Kommentar von Armin Eger
Alles nur noch Wahnsinn

75 000 000 Euro für Kevin De Bruyne: Was die Fußballvereine für einen einzigen Spieler ausgeben, hat unglaubliche Dimensionen erreicht. Das gesamte Geld, das die Klubs in den vergangenen Tagen hin- und hergeschoben haben, übersteigt die Vorstellungskraft der meisten Menschen.

Vor über 40 Jahren war das ganz anders. 1973 wechselte Günther Netzer für mickrige 360 000 Euro von Gladbach zu Real Madrid. Viel Geld für damalige Verhältnisse. Für den Bayernspieler Paul Breitner musste Real ein Jahr später schon 1,5 Millionen Euro hinlegen. Karl-Heinz Rummenigge, der zu Inter Mailand ging, spülte 1984 den Bayern 5,7 Millionen Euro in die Kasse. Ze Roberto - er wechselte zu Leverkusen - kostete 1998 bereits 10 Millionen. 2007 löhnten die Bayern für Frank Ribéry enorme 25 Millionen. Alles bescheiden, gegen den Rekordtransfer von De Bruyne.

Wo führt der Weg hin? Die Summen steigen weiter. Denn es gibt keine Regularien, die das stoppen. So ist in den europäischen Ligen Langeweile vorprogrammiert. Zwei, drei Vereine machen mit ihren Topspielern die Meisterschaft unter sich aus - jede Saison. Und immer die selben Mannschaften sind in der Champions-League vertreten. Für die Teilnahme gibt es da natürlich viel Geld und damit kann man wieder richtig teuere Spieler holen. Damit vergrößert sich die Kluft zwischen armen und reichen Klubs weiter. Das ist alles nur noch Wahnsinn. Und das Schlimme daran: Ein Ende ist nicht in Sicht!

armin.eger@derneuetag.de

Fußball

50 Millionen Euro für Martial

Manchester.(dpa) Der Mega-Wechsel des französischen Stürmers Anthony Martial vom AS Monaco zu Manchester United ist perfekt. Der 19-Jährige erhielt einen Vierjahresvertrag. Die Ablösesumme soll bei etwa 50 Millionen Euro liegen. Nach Schätzungen der französischen Sportzeitung "L'Équipe" könnte sich der Betrag durch Bonuszahlungen auf rund 80 Millionen Euro erhöhen. Martial ist damit der teuerste U21-Spieler in der englischen Fußball-Geschichte. "Ich habe mir immer gewünscht beim größten Club der Welt zu spielen. Das ist ein Traum für jeden jungen Fußballer", sagte Martial. Er spielte seit 2013 in Monaco. In 70 Spielen erzielte er 15 Tore.
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