Kommentar von Armin Eger
Der Anfang ist gemacht

Der oberste Boss des DFB hat lange durchgehalten. Viel zu lange. Denn schon am 16. Oktober wurden die ersten Vorwürfe gegen Wolfgang Niersbach und Co. laut. Diese ominösen 6,7 Millionen Euro tauchten seitdem immer wieder auf und der damit verbundene Verdacht des Stimmenkaufs für die WM 2006. Es wurde dementiert. Es wurden andere vorgeschoben. Es wurde gelogen. Beckenbauer, Netzer und Zwanziger spielten dabei kräftig mit. Es gab Razzien beim DFB und in den Privat-Häusern von Niersbach, Zwanziger und Co. wegen Verdachts der Steuerhinterziehung.

Noch ist nicht geklärt, wo konkret die Millionen hingingen, welche Gegenleistungen dafür erbracht wurden. Die Aufklärung wird noch Wochen, Monate dauern, schlimmstenfalls wird der Fall nie ganz gelöst werden. Der Schritt von Niersbach gestern war der erste in die richtige Richtung. Allerdings ist sich der 64-Jährige keiner Schuld bewusst. Er bleibt bei der Version, keine Kenntnis von den Dingen gehabt zu haben, die dort offenbar passiert sind. Er trat zurück, weil er Verantwortung übernehmen will.

Wenn es so ist, ist Niersbach das erste Bauernopfer, denn alleinverantwortlich ist er sicher nicht. Es wäre zu wünschen, wenn er nicht lange alleine in diesem Kabinett der Undurchsichtigkeit bleiben würde. Verantwortung zu übernehmen so wie er, das sollten in den nächsten Wochen noch andere tun. Darauf warten wir. Genauso wie auf eine restlose Aufklärung der WM-Affäre. Wir glauben nämlich immer noch an das Sommermärchen 2006.

armin.eger@derneuetag.de
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