Kommentar von Clemens Fütterer
Auch Vertrauen ist ein Zins

ist ein Zins

Aus der Zinsspanne - dem prozentualen Unterschied zwischen Ausleihungen und Einlagen - finanzieren die Banken wesentlich ihr Betriebsergebnis. Die Niedrigstzinsen lassen diese Spanne schrumpfen. Dramatisch wird es in wenigen Jahren, wenn Kreditverträge mit 5 Prozent und mehr Zinsen ebenso auslaufen wie die eigenen - renditestarken - Wertpapieranlagen der Banken. Da dürfte in vielen Geldhäusern das Betriebsergebnis um die Hälfte einbrechen und der Druck wachsen.

Der Eingriff der Volksbank Nordoberpfalz in bestehende Sparverträge wirkt vor diesem Hintergrund logisch, aber ist er wirklich alternativlos? Die Zielspar-Verträge dienen häufig der Vorsorge für das Alter oder der Zukunft von Kindern und Enkelkindern. Die monatlichen Raten stellen für viele Menschen eine Härte dar, die zu erwartende Endsumme ist für die finanzielle Planung eine feste Größe. Der Zins-Einschnitt erschüttert das Vertrauen zahlreicher Betroffener in ihre Hausbank. Gerade in Geldsachen ist Vertrauen ein enormes Kapital ...

Der Vorgang führt vor Augen, wie sich die abstrakt anmutende Geldpolitik der EZB in Brüssel sehr direkt auswirkt: nämlich in einer gigantischen Vernichtung von Vermögen bei Spareinlagen. Auch Lebensversicherungen sind über die ständig nach unten korrigierte Verzinsung berührt.
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