Kommentar von Clemens Fütterer
Betrug durch VW: Deutsche Autobranche schwer beschädigt

Der Ausdruck Trickserei wirkt da verharmlosend. Betrug an den Autokäufern und der Öffentlichkeit trifft es eher. Seit 2009 verfälscht der VW-Konzern vorsätzlich die Abgaswerte von Diesel-Autos in den USA, um die Leistung der Motoren nicht zu schmälern. Für ein paar Zehntelsekunden Beschleunigung opfert der - neben Toyota - größte Autobauer der Welt nicht nur Ruf und Glaubwürdigkeit: VW erschüttert mit diesen Machenschaften das Vertrauen der Verbraucher weit über die USA hinaus in die "deutsche Ingenieurskunst" und in die umweltfreundliche Technologie "Clean Diesel".

Die wichtigste Industriebranche Deutschlands, von der Millionen Arbeitsplätze abhängen, wird beschädigt. Bei solch einem Betrug in dieser Dimension an nahezu 500 000 Dieselfahrzeugen reicht es nicht, dass VW-Vorstandschef Martin Winterkorn die Angelegenheit zur Chefsache erklärt. Das ist selbstverständlich und erübrigt nicht die Frage nach der letztendlichen Verantwortlichkeit. Ihr muss sich Winterkorn ohne Wenn und Aber stellen. Zu schwerwiegend sind die Konsequenzen über den Tag hinaus.

Das großangelegte Täuschungsmanöver stürzt Volkswagen in eine der schwersten Krisen seit Bestehen. Der weltweite Absatz schwächelt schon jetzt besorgniserregend. Was kommt nach dem Auffliegen der Manipulationen noch nach? Die deutsche Autobranche muss sich auf empfindliche "Kollateralschäden" einstellen.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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