Kommentar von Clemens Fütterer
Die Windkraft und ihr verbreitetes Akzeptanzproblem

Der neue Dirigent. Karikatur: Tomicek
Auch wenn die Zahlen aus Umwelt- und Wirtschaftsministerium in München widersprüchlich ausfallen: Die Verschärfung der Abstandsregel von Windrädern zu Wohngebieten auf das Zehnfache der Bauhöhe wird - zumindest mittelfristig - nicht zu einem Aus für die Windkraft in Bayern führen. Denn mehrere Hundert Windrad-Anträge sind noch in den behördlichen Genehmigungsverfahren "geparkt". Lohnende Rendite wartet schließlich auf die Investoren, also ist deren Findigkeit auf Durchsetzung ihrer Interessen nicht zu unterschätzen. Die Gemeinden haben ja entsprechenden Gestaltungsspielraum.

Während die Stromtrassen emotionalisieren, polarisiert die Windkraft wie kein anderes Thema in der Region. Mit zunehmender Nähe zu den mehr als 200 Meter hohen Großanlagen wandelt sich abstrakte Befürwortung dieser "Öko-Energie" in Ängste und Befürchtungen der direkt Betroffenen.

Die Windmühlen dürfen im Überfluss Strom liefern, um ihn dann an vielen Tagen ins Ausland zu verramschen. Es fällt deshalb schwer, die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der Windkraft für das Allgemeinwohl zu erkennen. So lange Grünstrom nicht nach dem Bedarf ausgerichtet, direkt vermarktet oder gespeichert wird, hat er ein Akzeptanzproblem.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Kommentare (5732)Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.