Kommentar von Clemens Fütterer
Einigung im Kita-Tarifkampf mit ökonomischem Ergebnis

Auch wenn in der Region die meisten Kindertagesstätten unter kirchlicher Obhut stehen und deshalb von der Einigung im Kita-Streik zwischen kommunalen Arbeitgebern und Gewerkschaft Verdi nicht betroffen sind: Eine Signalwirkung für die gesamte Branche besitzt die Gehaltsverbesserung um durchschnittlich 3,3 Prozent für Erzieher und Sozialarbeiter dennoch.

Im Vergleich zur ursprünglichen Forderung in Höhe von 10 Prozent ist der Kompromiss jedoch deutlich abgespeckt. Auf den zuvor abgelehnten Schlichterspruch legten die Arbeitgeber lediglich bescheidene 9 Millionen auf nunmehr 315 Millionen Euro Gesamtkosten drauf. Rechtfertigt dieses genügsame, im Sinne der Kommunen ökonomische Ergebnis Streiks und martialische Drohgebärden?

Aus der hart erkämpften Erhöhung spricht zumindest eine gewisse Wertschätzung für einen Berufsstand, auf den durch die Kinder von Flüchtlingen (meist der deutschen Sprache nicht mächtig) zusätzliche Herausforderungen und Belastungen zukommen. Den Kitas wächst beim Gelingen der Integration eine nicht ganz unwichtige Rolle zu. So sehr die Gehaltserhöhung jeder einzelnen Erzieherin vergönnt sei: Tarifverträge geben nur unvollständig Gerechtigkeit bei der Arbeitsleistung wieder. So müssen die Physiotherapeuten oder Zahnarzthelferinnen mit bis zu 1000 Euro brutto weniger auskommen. Sie arbeiten wie die Kita-Beschäftigten vergleichbar mit und für die Menschen.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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