Kommentar von Clemens Fütterer
Glänzende Verpackung macht Hoffnung auf Inhalte

"Soli"-Zuschlag. Karikatur: Tomicek
Die Verpackung ist zumindest golden. Das 25-Punkte-Paket des beim Eigenmarketing sehr umtriebigen Markus Söder enthält zwar Selbstverständliches, aber durchaus Perspektiven wie ein IT-Zentrum für Nabburg oder die Option für die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) auf eine "bayerisch-tschechische Universität" als "Fernziel". Hoffnungen wecken die erneut bekräftigten Behördenverlagerungen.

Banal wirkt jedoch die Ankündigung eines "freien WLAN" bis zum Jahr 2020. Kostenloses und schnelles Internet ist in zahlreichen Ländern heute längst Standard, selbst in den meisten Skigebieten Österreichs und Südtirols in weit entlegenen Tälern. Das späte Erkennen von dringendem Nachholbedarf offenbart Versäumnisse in der Vergangenheit.

Das Mehr an kommunaler Freizügigkeit für neue Gewerbeflächen wird die verfallenden Ortszentren nicht vitalisieren. Über Jahrzehnte hinweg wiesen die Stadt- und Gemeinderäte ein neues Bau- und Gewerbegebiet nach dem nächsten aus, während gleichzeitig die Kerne ihrer Kommunen verödeten. Allein in der Nordoberpfalz stehen viele Hundert Gebäude in den Zentren leer.

Dieser schleichende Exodus aus den Mittel- und Unterzentren stellt eines der drängendsten Probleme im ländlichen Raum dar. Hier hätten wir uns von Söder mutigen Beistand mit massiven Förderprogrammen erwartet. Doch Papier ist bekanntlich geduldig. Wie die Vergangenheit beweist, ist letztendlich die eigene Initiativkraft die einzig verlässliche Größe.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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