Kommentar von Clemens Fütterer
Hilfen für das Leben, keine Straftatbestände schaffen

Schildbürger. Karikatur: Tomicek
Niemand möchte auf seinem letzten Lebensweg den Angehörigen zur Last fallen und - dazu fremdbestimmt - unter qualvollen Schmerzen sterben. Die Selbstverantwortung eines jeden Menschen gilt für die Gestaltung des eigenen Lebens. Warum soll davon der Tod als die wohl persönlichste, intimste Erfahrung ausgenommen sein?

Welche Assistenz beim Sterben erlaubt oder untersagt ist, soll 2015 ein neues Gesetz klären. Der Deutsche Bundestag nimmt sich Zeit, das sensible Thema freimütig, emotional und in eigener Betroffenheit zu erörtern: quasi als Orientierungshilfe für den Gesetzgebungsprozess. Sterbehilfe stellt nicht nur eine Frage des Gewissens dar, sondern berührt die Grundwerte der Gesellschaft. Deshalb befasst sich die Legislative in Berlin damit. Die derzeitige Gesetzeslage ist unklar. Bürgern ist die Beihilfe zum Suizid erlaubt, den Ärzten aber nicht. Ärztlichen Beistand für die Selbsttötung also legalisieren und unternehmerische, gewinnorientierte Sterbehilfe verbieten? Gegen ein "Geschäft mit dem Tod auf Verlangen" herrscht politischer Konsens.

Im (gesellschaftlichen) Denken muss die Hilfe für das Leben im Vordergrund stehen, nicht die strafrechtliche Relevanz. Das parteiübergreifende Bemühen um die Erweiterung der Palliativmedizin und der Hospizarbeit mit qualifizierter Sterbebegleitung ist deshalb ein wichtiger Ansatz.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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