Kommentar von Clemens Fütterer
Nicht billiges Geld der EZB darf die Aktienkurse treiben

Partielle Sonnenfinsternis. Karikatur: Tomicek
Innerhalb von drei Jahren hat sich der Wert des deutschen Leitindexes Dax von rund 6000 auf 12 000 Punkte verdoppelt. Eine beeindruckende Rendite. Die Kurs-Rallye geht jedoch an den meisten Kleinanlegern vorbei. Sie bunkern ihr Erspartes lieber - sicher ist sicher - in Bundesanleihen oder Festgeld zu einem Zinssatz im Zehntelbereich. Vermögens-Erhalt sieht anders aus.

Anteilseigner der gelisteten 30 Top-Unternehmen Deutschlands sind zu 65 Prozent ausländische Investoren. Kaum zu glauben: Die Dax-Aktien sind im internationalen Vergleich - vor allem zu den US-Papieren - immer noch relativ günstig bewertet. Dies macht auch den signifikanten Unterschied zum Börsen-Desaster 2001/2002 aus, als das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Unternehmen fast doppelt so hoch lag, also die Aktien völlig überteuert waren. Aber nicht alle Dax-Unternehmen verdienen gut. Der unternehmerische Gewinn sollte jedoch die verlässliche Größe für den Kurs nach oben oder unten sein, keineswegs billiges Geld der EZB. Das Motto "investieren statt spekulieren" zahlt sich vor diesem Hintergrund aus.

Rein von der Geldschwemme getriebene Börsen-Rekorde wären auf Dauer ungesund. Ein krachender Absturz käme so sicher wie der nächste Winter.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Kommentare (5732)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.