Kommentar von Clemens Fütterer
Schlimme Befürchtung: Altersarmut in der Nordoberpfalz

Um die zweifelhafte Ehre der "roten Laterne" in Bayern liefert sich die Oberpfalz seit Jahrzehnten ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Niederbayern. Beim frei verfügbaren Einkommen je Einwohner haben nun die Niederbayern wieder knapp die Nase vorn: Was ebenso wenig überrascht wie die Tatsache, dass der Reichtum im Landkreis Starnberg das bescheidene Einkommen in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Neustadt/WN, Schwandorf und Tirschenreuth um bis zu 75 Prozent toppt.

Was manche Landespolitiker vehement abstreiten: Das unverdächtige Landesamt für Statistik dokumentiert mit seinen Zahlen auch die wirtschaftliche Zweiteilung des Regierungsbezirks - mit dem Ballungsraum Regensburg im Süden und der restlichen Oberpfalz mit ihrem (relativ) unterdurchschnittlichen Wohlstand. Bei der Entwicklung des frei verfügbaren Einkommens von 2003 bis 2013 rutschten die Stadt Weiden mit 9,3 Prozent und der Landkreis Neustadt/WN mit 15 Prozent unter die "Top Ten" mit der geringsten Zunahme im Freistaat ab. Das Durchschnitts-Wachstum in Bayern und der Oberpfalz beträgt hier 23,7 Prozent.

Lebenshaltungskosten, Mieten und Immobilienpreise bringen uns einen gewissen Ausgleich. Bedenklich stimmt die Einkommens-Schere beim Blick auf die künftige Höhe der Renten, deren Niveau bis zum Jahr 2030 sowieso schon auf magere 43 Prozent des letzten Netto-einkommens abschmilzt. Der Oberpfalz-Malus vertieft dann diesen Einschnitt noch. So ist Altersarmut programmiert.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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