Kommentar von Clemens Hösamer
Unnötiges Gift in der Debatte

Plausible Argumente, für oder gegen einen Windpark bei Neukirchen zu sein, gibt es in Fülle. Die Befürworter mögen den nötigen Umstieg auf erneuerbare Energien vorbringen, den Ausstieg aus der Kernenergie oder aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe. Auch wirtschaftlicher Erfolg ist ein Thema. Die Gegner werden den Eingriff ins Landschaftsbild anführen, den Lärm und den Schattenwurf der Rotorblätter, die Störung von Flora und Fauna.

Erst wenn die Argumente vorgebracht, diskutiert, den Planern und auch den Entscheidungsträgern im Stadtrat oder anderen Gremien deutlich gemacht werden, ist eine vernünftige Abwägung für oder wider die Anlagen möglich. Von einer sachlichen Debatte waren einige Beiträge am Dienstag weit entfernt. Wer Information fordert, gleichzeitig aber Stadtrat, Oberbürgermeister und Verwaltung unterstellt, es sei längst alles beschlossene Sache, die Bürgerinformation nur Alibi-Veranstaltung - der vergiftet völlig unnötig eine Debatte, die gerade erst beginnt. Entschieden ist nämlich noch nichts.

Diese Unterstellungen diskreditieren all jene, die sich der Verantwortung für das Dorf und die ganze Stadt stellen. Vielleicht denkt der ein oder andere darüber nach, wenn sich der Pulverdampf verzogen hat.

clemens.hoesamer@derneuetag.de
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