Kommentar von Frank Stüdemann
Das Schicksal der Flüchtlinge gehört ganz oben auf die Agenda

"... Sie sehen Gespenster!" Karikatur: Tomicek
Niemand weiß genau, wie viele Leichen mittlerweile auf dem Boden des Mittelmeers liegen, irgendwo zwischen den Gestaden Nordafrikas und der Küste Italiens. Sie zeugen von der Rat- und Hilflosigkeit der Europäischen Union im Umgang mit dem Strom der Verzweifelten, der an unsere Grenzen brandet.

Man hat nicht den Eindruck, dass das Schicksal der Flüchtlinge aus Libyen und anderen von Krieg und Elend gepeinigten Ländern Afrikas in Brüssel den Platz auf der Tagesordnung einnimmt, der ihm zustünde. Die jüngste Katastrophe wird wieder zum Anlass genommen, Handlungsbereitschaft zu signalisieren. Und wieder wird zu wenig geschehen.

Italien kann die Aufgabe nicht allein stemmen, mehr und mehr Menschen zu bergen und aufzunehmen. Es müssen sich alle EU-Staaten einbringen, mit Schiffen, mit Personal, mit Geld. Klar ist dabei, dass nicht alle Geretteten die Zukunft erwartet, die sie sich erhofft haben. Klar ist aber auch, dass Europa alles versuchen muss, um zu garantieren, dass diese Menschen überhaupt eine Zukunft haben.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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