Kommentar von Frank Stüdemann
Der Dialog mit den Anhängern von Pegida ist der richtige Weg

Neuer Küchenchef. Karikatur: Tomicek
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) streitet ab, dass der Islam zu seinem Bundesland gehört. Und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) lässt sich auf ein Gespräch mit Pegida-Sympathisanten ein. Beiden wird vorgeworfen, sich der islamkritischen Bürgerbewegung anbiedern zu wollen. Das stimmt nicht in beiden Fällen.

Tillich tut sich keinen Gefallen, der Kanzlerin öffentlich in den Rücken zu fallen, die vor kurzem noch das Gegenteil behauptet hat - dass der Islam eben sehr wohl zu Deutschland gehört und damit auch zu Sachsen. Fakt ist doch, dass Menschen dieses Glaubens nicht erst seit gestern bei uns leben, also ebenso zu Deutschland gehören wie ihre Religion. Jede andere Behauptung ist reiner Populismus. Was Gabriel angeht, so mag seine plötzliche Kontaktaufnahme auf nüchternem politischen Kalkül basieren und eher berechnend anmuten - richtig ist sie trotzdem.

Mit Leuten wie der Pegida-Mitbegründerin Kathrin Oertel muss sich ja niemand an einen Tisch setzen. Der Dialog mit den Mitläufern dieser Bewegung ist jedoch dringend notwendig. Denn Ansichten, die auf einem Mangel an Wissen und einem Überschuss an Ressentiments basieren, kann man nur im Gespräch ändern - wenn überhaupt.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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