Kommentar von Frank Stüdemann
Der Klimavertrag von Paris ist einer erster Schritt - immerhin

Bei allem vorsichtigen Optimismus: Ob der in Paris beschlossene Weltklimavertrag das Prädikat "historisch" verdient hat, werden wohl erst nachfolgende Generationen beurteilen können. Enkel und Urenkel dürften irgendwann wissen, ob der 12. November 2015 die Wende brachte - endlich weg von immer knapper werdenden fossilen Energieträgern, hin zu erneuerbaren Energien, die die Umwelt schonen.

Das vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, mag zunächst banal und nicht gerade nach der endgültigen Rettung der Welt klingen. Dass es aber gelungen ist, alle 195 Länder dazu zu bewegen, gemeinsam eine Absichtserklärung zu unterschreiben, kann man getrost als Meilenstein, ja sogar als Sensation bezeichnen. Trotzdem darf sich jetzt niemand der Illusion hingeben, Staaten wie die USA oder China würden sofort ernsthafte Bemühungen unternehmen, den Klimaschutz voranzutreiben. Auch aufstrebenden Schwellenländern dürfte Wirtschaftswachstum vorerst wichtiger sein als das Einhalten der im Abkommen beschriebenen Ziele - zumal, weil ohnehin keine Strafen drohen, wenn man sich nicht an die Verein-barungen hält.

Trotz aller berechtigter Skepsis ob der Umsetzbarkeit des Vertrags von Paris: Der Wille scheint tatsächlich vorhanden, das Klima zu retten. Und auch die Einsicht ist wohl endlich durchgedrungen, dass dieser Planet den Dreck, den wir in die Atmosphäre blasen, nicht mehr lange verkraften wird. Da kann man den Klimawandel ruhig weiter für ein Ammenmärchen halten. Die Weltgemeinschaft jedenfalls hat erkannt: Die Uhr läuft ab.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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