Kommentar von Frank Stüdemann
Die CSU hat Grund zur Freude, aber auch zum Nachdenken

Rubel-Los. Karikatur: Tomicek
Da werden wohl in Wildbad Kreuth die Sektkorken geknallt haben, als der Meinungsforscher Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen nach seiner Präsentation außer Hörweite war. Ein schöneres Geschenk hätten die Demoskopen der CSU nicht machen können als ihre Umfrage zu den Problemen in Bayern - oder vielmehr: dem Mangel derselben.

Alles also bestens in Bayern. Wirklich? Die bislang verstolperte Energiewende, der Mangel an Personal in Schulen und Polizeistationen, die schleichende Schwächung der ländlichen Regionen - alles keine größeren Probleme? Es stimmt ja: Die Landtagsopposition ist nicht eben geschickt darin, die Schwächen der Dauer-Regierungspartei effizient auszunutzen. Offenbar dringen SPD, Grüne und Freie Wähler mit ihren Themen zudem nicht bis in breite Bevölkerungsschichten durch.

Was Horst Seehofer und seinem Kabinett jedoch zu denken geben sollte: "Ausländer und Integration" sehen die meisten Befragten als größtes Problem in Bayern. Eine mögliche Interpretation: Die Mehrheit der Bevölkerung traut der CSU nicht zu, ausgerechnet bei einem ihrer Lieblingsthemen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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