Kommentar von Frank Stüdemann
Die Welt auf der Wippe wartet auf Gerechtigkeit

Schnick, schnack, schnuck. Karikatur: Tomicek
Es ist ein Rechenexempel, das verdeutlicht, wie es um die Verteilung des Reichtums bestellt ist: Schon im kommenden Jahr wird ein Prozent der Weltbevölkerung so viel Geld angehäuft haben wie der gesamte Rest zusammen. Ein schrumpfender Club aus einigen Multimilliardären hockt dann auf der einen Seite der Wohlstandswippe - auf der anderen drängen sich 7,3 Milliarden Menschen.

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst in atemberaubender Geschwindigkeit. Das zeigen die Zahlen der britischen Hilfsorganisation Oxfam. So dramatisch diese Erkenntnis auch klingt - sie ist weder neu, noch ist sie überraschend. Und so, wie Klimagipfel um Klimagipfel vergeht, ohne dass mutige Schritte gegen die globale Erwärmung folgen, so scheint die Weltgemeinschaft auch dieser Entwicklung gegenüber weitgehend hilflos zu sein.

Mit jeder Steueroase, die man austrocknet, wird der Reichtum der Welt zwar nicht automatisch gerechter verteilt. Aber das Geld kommt so wieder in die Hände derer, die die Wippe in die richtige Richtung bewegen können. Denn Armut bekämpfen kann nur, wer zuerst die Raffgier in ihre Schranken weist.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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