Kommentar von Frank Stüdemann
Drahtziehern des Terrors nicht in die Hände spielen

Schichtwechsel. Karikatur: Tomicek
Die Bilder der Solidarität vom Trauermarsch in Paris sind beeindruckend. Ein starkes Zeichen, das hilft, die Geschehnisse der vergangenen Tage zu verarbeiten. Dennoch bleibt die Frage unbeantwortet, was die eigentlichen Ziele der Terroristen waren. Menschenleben wollten sie vernichten, Angst und Unsicherheit ins Herz einer europäischen Metropole tragen - so viel ist sicher.

Zum Kalkül der Drahtzieher solch grausamer Terrorakte gehört jedoch noch mehr. Sollte eine wachsend aggressive Stimmungsmache gegen friedliebende Muslime die Folge der Ereignisse in Paris sein, hätten die islamistischen Taktierer im Hintergrund gewonnen. Jedes böse Wort gegen Gläubige des Islam, jeder hetzerische Satz spielt denen in die Hände, die solche Attentäter auf ihre Missionen schicken, macht aus bedrängten Bürgern womöglich neue Sympathisanten.

Sinnlose Gewalt wie die in Paris soll Hass und Gegengewalt erzeugen, das scheint der perfide Plan. Wir alle dürfen diese Saat nicht aufgehen lassen.

frank.stüdemann@derneuetag.de
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