Kommentar von Frank Stüdemann
Ein Europa in Bewegung wirft Fragen an die Kanzlerin auf

... und jetzt wieder rechtsherum! Karikatur: Tomicek
Dem Schuldendrama in Griechenland war es geschuldet, dass man in den vergangenen Monaten den Eindruck gewinnen konnte, der Staatenverbund bestehe thematisch nur noch aus dem Konflikt zwischen der Regierung in Athen und ihren Geldgebern. Für die Kanzlerin war das bequem, sie brauchte nur bestens eingeübten Sätze in die Kameras sprechen. Nun also Paukenschlag auf Paukenschlag. Spanien: Bewegt sich nach links. Polen: Bewegt sich nach rechts. Irland: Bewegt sich weg von der Kirche. So viel europäische Bewegung war selten in so kurzer Zeit.

Wie wird Deutschland sich zu einem Polen stellen, das, falls die Parlamentswahl im Herbst den rechten Trend fortsetzt, bald schon einen raueren Ton anschlagen könnte - auch Russland gegenüber? Was, wenn Spanien den Weg Griechenlands einschlägt und gegen den Sparzwang aus Brüssel opponiert? Und wie stellt sich eine christlich-demokratische Regierungschefin eigentlich zur Homo-Ehe - und mit welcher Begründung? Fragen, auf die Angela Merkel hoffentlich überzeugende Antworten hat.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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