Kommentar von Frank Stüdemann
Ganz ohne Alternative: Luckes Laden gehört abgewickelt

Karikatur: Tomicek
Wie vertrauenswürdig ist eigentlich eine Partei, die nicht einmal den eigenen Bundesparteitag auf die Reihe bekommt? Oder sind die juristischen Gründe der Absage nur vorgeschoben, und die AfD-Spitze will eigentlich Zeit gewinnen, um den Zerfall des Ladens hinauszuzögern? Das wird ihr nicht gelingen. Und das ist gut so. Bernd Lucke, Alexander Gauland, Frauke Petry und Co. haben lange genug Schlagzeilen gemacht und wertvolle Sendeminuten gefüllt. Es reicht.

Die Alternative für Deutschland hat die politische Landschaft der Republik nicht nennenswert bereichert: Das Fischen am rechten Rand des bürgerlichen Spektrums ist eben kein Ersatz für einen klares Konzept, und ein blasser Frontmann wie Lucke kann über den Mangel an Teamgeist in der heillos zerstrittenen Truppe nicht hinwegtäuschen. Eine echte Alternative war die AfD noch nie, für niemanden.

Das soll nicht heißen, dass es nicht auch in der AfD Köpfe mit guten Ideen und hehren Absichten gibt. Die aber sollten eher versuchen, in den etablierten Parteien Politik zu gestalten. Oder gleich etwas Neues gründen - mitten in der Gesellschaft, mit gesundem Pragmatismus statt giftigem Populismus.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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