Kommentar von Frank Stüdemann
Konsens und Kompromisse statt Kanten und Konturen

Grüne Standpunkte. Karikatur: Tomicek
Einen Farbbeutelwerfer gab es diesmal Gott sei Dank nicht. Aber leider auch keinen Joschka Fischer. Wer vom Parteitag der Grünen skandalöse Zwischenfälle oder politische Provokationen erhofft hatte, dürfte enttäuscht sein. "Nur wer Kompromisse macht, kann auch von anderen welche erwarten", rief der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann vom Podium. Eine nette Theorie, die mit der politischen Realität leider wohl wenig zu tun hat.

Kompromisse machen die Grünen schon viel zu lange, wenn es nach Teilen der Basis geht. Und auch diese Tagung hat nicht dazu beigetragen, das Profil der Ökopartei zu schärfen - eher sind die letzten Ecken und Kanten rundgeschliffen worden.

Mit Konsensthemen und dem Blick auf die bürgerliche Mitte will man wieder Wahlen gewinnen. Möglich wäre aber leider auch, dass die Grünen irgendwann der FDP folgen - in die Bedeutungslosigkeit.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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