Kommentar von Frank Stüdemann
Quote und Schiffeversenken: Aktionismus nach Art der EU

Tag der offenen Tür in Brüssel. Karikatur: Tomicek
Es war zu erwarten, dass die EU angesichts des wachsenden Flüchtlingsproblems in Aktionismus verfallen würde. Überraschend ist allerdings, von welch unterschiedlicher Qualität die beiden Vorschläge sind, die derzeit auf dem Tisch liegen.

Mit Schleuserbanden Schiffeversenken zu spielen, ist zum Scheitern verurteilt: So schnell könnte eine wie auch immer besetzte Eingreiftruppe die Kähne gar nicht wegbomben, wie die gut organisierten Kriminellen neue (marode) Schiffe aus dem Hut zaubern. Und dann die zu erwartenden Kollateralschäden: Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis ein Kutter mit Flüchtlingen im Laderaum dank dieser militärischen "Hilfe" versehentlich in die Luft fliegt.

Was die Quotenregelung für die Aufnahme von Flüchtlingskontingenten angeht: Nur so kann es gehen. Es muss ein fairer Verteilungsschlüssel her, der komplett alle EU-Staaten einbezieht - ohne auch nur eine einzige Ausnahme. Aber dann sollte man sich wieder der Grundfrage widmen: Wie kann man das Leben der Menschen sicherer und besser machen, damit sie erst gar nicht zu Flüchtlingen werden?

frank.stuedemann@derneuetag.de
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