Kommentar von Frank Werner
Demenz endlich nicht mehr eine Krankheit zweiter Klasse

Stufenschnitt. Karikatur: Tomicek
Die Geschichte des ehemaligen Tierarztes Amandus hat Millionen Menschen im Kino bewegt. Dieter Hallervorden spielt in "Honig im Kopf" einen an Demenz erkrankten Opa, der bisher größte Kino-Erfolg des Jahres. Til Schweiger hat mit dem Film den Betroffenen ein breites Forum eröffnet.

Die Politik hat sich lange schwer getan mit dem Thema Alzheimer. Mit der zweiten Pflegereform wird den tatsächlichen Bedürfnissen endlich Rechnung getragen. Bewertet wird nicht mehr in erster Linie nach dem Zeitaufwand, sondern vor allem danach, wie sehr die Selbstständigkeit eines Menschen eingeschränkt ist. Schluss mit den reinen Minuten-Berechnungen.

Bis zu 500 000 Menschen erhalten künftig die Unterstützung, die ihnen schon lange zusteht. Angehörige, für die die Pflege eine ungeheure psychische Belastung darstellt, bekommen von den Pflegekassen dauerhaft Geld, wenn sie aus ihrem Beruf aussteigen.

Ein erster Schritt, um die Demenzkranken nicht mehr als Patienten zweiter Klasse zu behandeln. Als nächste Konsequenz bedarf es einer Aufwertung und Aufstockung des Personals, dass sich um diese Menschen kümmert. Das fängt bei einer besseren Entlohnung an.

frank.werner@derneuetag.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Kommentare (5731)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.