Kommentar von Frank Werner
Dresden, Tröglitz, Floß: Neonazis die Stirn bieten

Weitsicht. Karikatur: Tomicek
Es läuft etwas gewaltig schief in Deutschland. Da gibt es Morddrohungen gegen Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, weil er sich für die Unterbringung von Flüchtlingen stark macht. Da tritt der Bürgermeister von Tröglitz zurück, weil Rechtsextreme ihn massiv anfeinden. Kurz darauf brennt eine geplante Asylbewerberunterkunft in der Gemeinde in Sachsen-Anhalt. In Floß schmieren Unbekannte Nazi-Parolen an Wände - wenige Stunden vor einer Gedenkfeier für den NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer in Flossenbürg.

Keine Frage, die Hemmschwelle der Neonazis sinkt immer weiter. Die Saat der Pegida-Bewegung geht auf. Die moderaten Töne sind dort längst verschwunden, Rechtsradikale haben das Kommando übernommen. Der unsägliche Auftritt des niederländischen Islam-Hassers Geert Wilders am Montagabend in Dresden ist ein weiteres Alarmsignal, wohin die Reise der Bewegung geht. Alle Pegida-Mitläufer machen sich mitschuldig an der Eskalation.

Es ist nicht leicht, im Alltag den Provinzrassisten die Stirn zu bieten. Dazu gehört Mut. Aber es gibt keine Alternative. Rechtsextremisten muss immer und von jedem klar gemacht werden, dass sie auf dem Holzweg sind. In Dresden, in Tröglitz, in Floß. Überall.

frank.werner@derneuetag.de
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