Kommentar von Frank Werner
Offene Türen und offene Herzen: Auch so geht Asylpolitik

Leyen-Truppe. Karikatur: Tomicek
In Weiden kommen heute fünf Flüchtlingsfamilien an, aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine. Sie ziehen in die Hausmeisterwohnung eines Pfarrheims, eine Willkommensfeier der Gemeinde ist geplant. Offene Türen und offene Herzen mitten in der Oberpfalz - eine vorbildliche Aktion, wie sie auch in vielen anderen Kommunen Schule macht.

Der Flüchtlingsrat beklagt schon lange die Lagerunterbringung für Flüchtlinge. Sie ist Brutstätte für Konflikte, befeuert die Ausgrenzung. Natürlich können nicht alle Gemeinden schnelle Hilfe bieten wie Weiden mit dem Pfarrheim. Aber die Zeit drängt. Der Flüchtlingsstrom wird nicht abreißen.

Die beschämenden Bilder aus den Unterkünften in Nordrhein-Westfalen, die Misshandlungen und Demütigungen von Asylbewerbern zeigen, müssen ein weiterer Weckruf sein. Die Hilfe für die Menschen, die aus den Kriegsgebieten fliehen, ist eine nationale Aufgabe, zu der jeder seinen Teil beitragen kann - und sei es nur dadurch, wenigstens die Stammtisch-Parolen zu unterlassen.

Es ist leicht, bei der Misere auf "die da oben" zu schimpfen, Verantwortung abzuwälzen, oder die EU zu verdammen. Viele schwieriger ist es, die Flüchtlinge erst einmal willkommen zu heißen. Und das ist das Gebot der Stunde.

frank.werner@derneuetag.de
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