Kommentar von Frank Werner
Seehofers größtes Vermächtnis für die Grenzregion

Rot-Stich. Karikatur: Tomicek
Horst Seehofer gilt wegen seiner oftmals sehr schnellen Schwenks als politisch unberechenbar. Das hat ihm schon jede Menge Ärger und den Spitznamen "Drehhofer" eingebracht. In den Beziehungen zu Tschechien hat sich diese Eigenschaft allerdings als wahrer Segen erwiesen. In nur vier Jahren hat der CSU-Vorsitzende mit der Politik seiner Vorgänger gebrochen. Der lähmende Umgang mit den Benes-Dekreten wurde zwar nicht endgültig zu den Akten gelegt, aber doch elegant beiseite geschoben.

Seehofer hat ein feines Gespür für Stimmungen. In den bayerisch-tschechischen Beziehungen hat er ein besonders gutes Näschen bewiesen. Die Menschen - vor allem in der Grenzregion - sind viel weiter als die meisten Politiker und Funktionäre. Eine freundschaftliche Nachbarschaft ist hier längst gelebter Alltag.

Bayern und Tschechien haben auch handfeste gemeinsame Probleme wie die Drogenkriminalität. Dafür gilt es, den Blick nach vorne zu richten. Der Ballast der Vergangenheit ist zum Großteil abgeworfen. Es ist Seehofers größtes Vermächtnis.

frank.werner@derneuetag.de
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