Kommentar von Gabriele Weiß
Alkohol ist niemals eine Lösung

Die Vorbereitungen laufen. Karikatur: Tomicek
Die gute Nachricht: 2013 wurden in Deutschland weniger Kinder und Jugendliche wegen "Komatrinkens" im Krankenhaus behandelt als noch ein Jahr zuvor. Die schlechte Nachricht: Es waren immer noch 23 000 Fälle.

23 000 Mal tranken junge Menschen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren also derart heftig, dass sie in eine Klinik eingeliefert werden mussten. Sieben von zehn der "Komatrinker" waren noch minderjährig. Mindestens einen "einfachen" Rausch pro Monat leistet sich gar einer von fünf Jugendlichen.

Allen Jugendschutzmaßnahmen zum Trotz ist es für Heranwachsende kein Problem, an die legale Droge "Alkohol" heranzukommen. Deren Suchtpotenzial wird ebenso unterschätzt wie das Ausmaß der Schäden von Alkoholmissbrauch für Gesundheit und Gesellschaft. Bevor die "Alten" nun den Stab über die vermeintlich verdorbene Jugend brechen, Hand aufs Herz: Sind es nicht die Erwachsenen, die tagtäglich vorleben, dass Alkohol dazugehört - zum Feiern genauso wie zum Feierabend?

Nicht alle, die sich pubertierend bis zur Besinnungslosigkeit besaufen, werden als Erwachsene alkoholabhängig sein. Aber das Risiko, den Absprung aus der Trinkroutine nicht mehr zu schaffen, steigt.

Oft ist übermäßiger Alkoholgenuss nur ein Symptom für ganz andere Probleme. Was ist zu tun? Alle müssen hinschauen. Zuhören. Und drüber reden. Dann lassen sich bessere "Lösungen" finden als der Griff zur Pulle, der nur für den Augenblick betäubt.

gabriele. weiß@derneuetag.de
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