Kommentar von Gabriele Weiß
Ebola muss in reichen Ländern zu einem Umdenken führen

Reaktionen. Karikatur: Tomicek
Ebola - na und? Lange war das die Haltung der "Ersten Welt". Ebola schien weit weg, ein rein "afrikanisches Problem". Das tödliche Fieber brach aus, immer mal wieder, doch irgendwann war die Epidemie schließlich wieder zu Ende. Und damit ließ der reiche Teil der Weltgemeinschaft es gut sein: Ein Gegenmittel zu finden, einen Impfstoff zu entwickeln, das "lohnte" sich nicht.

Tausende Menschen sind bei der aktuellen Ebola-Epidemie in Westafrika bereits gestorben. Doch Hilfe für die betroffenen Regionen gab und gibt es eher spärlich und zögerlich. Nun sind die ersten Kranken in den USA und Europa zu beklagen - was kümmert es ein Virus, dass nicht sein kann, was nicht sein darf? In der globalisierten Welt war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Seuche über Landesgrenzen und Kontinente hinweg ausbreitet. Das hatte bereits im "finsteren" Mittelalter die Pest geschafft.

Die Ebola-Patienten in den USA und Europa sollten endlich zu einem Umdenken führen: Es kann uns eben nicht egal sein, ob irgendwo in einem weit entfernten Winkel dieser Welt Menschen leiden und sterben. Es ist unsere Pflicht, dagegen etwas zu unternehmen - und wenn es nur aus reinem Eigennutz geschähe. Leben zu retten, lohnt sich immer und überall.

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