Kommentar von Gabriele Weiß
Ein Freistaat auf dem Weg ins Radler-Paradies?

Warteschleife. Karikatur: Tomicek
Während die Autofahrer derzeit beim großen "Blitzermarathon" ein sündhaft teures Foto riskieren, können sich die Radler im Freistaat freuen: Der Verkehrsausschuss des Landtags hat sich ihrer angenommen. Vor allem jene, die mit Rad und Zug zur Arbeit pendeln, sollen es künftig leichter haben. Wer schon "vierstellige Beträge" in seinen Drahtesel investiert, meint etwa der CSU-Abgeordnete Eberhard Rotter, der dürfe auch eine angemessene Unterbringung seines Fahrzeugs am Bahnhof erwarten.

Das hört sich ein wenig nach Luxus-Problemen an. Zu Recht fragt sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, wie derart sichere Abstellplätze denn zu finanzieren seien. Der Freistaat Bayern möchte die Kommunen dabei zwar unterstützen - doch die haben vermutlich ganz andere Sorgen, als rund um die Uhr bewachte Parkhäuser fürs High-Tech-Protz-Stahlross besserverdienender Bevölkerungsschichten einzurichten.

War da nicht noch was - mit Flüchtlingen, für die es keine Unterkünfte gibt? Oder Schulen, in denen es von der Decke tropft? Man darf gespannt sein, welche Kommunen welche Prioritäten setzen können im künftigen bayerischen Radler-Paradies.

gabriele.weiss@derneuetag.de
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