Kommentar von Gabriele Weiß
Sebastian Edathy tut niemandem einen Gefallen

Ans Eingemachte. Karikatur: Tomicek
Wer hat wem wann was "gesteckt"? Wer lügt und warum? Wer weiß, ob sich diese Fragen jemals wirklich klären lassen. Der Untersuchungsausschuss im Fall Edathy hat eine schwere Aufgabe vor sich. Doch egal wie die Sache letztlich ausgeht: Moralisch ist sie ein Desaster.

Da ist ein Politiker, gegen den wegen des Besitzes von Kinderpornografie Anklage erhoben ist. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, setzt der Beschuldigte immer wieder noch eins drauf.

Statt Asche auf sein Haupt zu streuen oder in einem laufenden Verfahren wenigstens den Mund zu halten, geht Sebastian Edathy wahlweise zum Angriff über oder gefällt sich in der Opferrolle.

Der Bürger sieht dem Treiben seiner Volksvertreter staunend zu. Nur staunend? Nein, auch verärgert. Wütend. Da verschwinden Laptops und Diensthandys, bevor auf ihnen belastendes Material gefunden werden könnte. Da wird gepetzt und geleugnet. Da wird höchst spitzfindig argumentiert: Man habe etwas Falsches getan, aber nichts Illegales.

Das einzig Positive, das sich in der Sache Edathy noch sagen lässt, ist wohl: Wenigstens gibt es ein gerichtliches Verfahren. Wenigstens gibt es einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Der Kollateralschaden für die Politik und vor allem für Edathys Partei, die SPD, ist riesig.

gabriele.weiss@derneuetag.de
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