Kommentar von Hans Klemm
Christian Lindner haucht den Liberalen wieder Lebensmut ein

Erfolgsmodelle. Karikatur: Tomicek
Abgeschrieben, für überflüssig erklärt, zerrieben zwischen Piraten und AfD - die FDP galt seit ihrem Wahldebakel 2013 lange als Wurmfortsatz in der Parteienlandschaft. Nun ist sie wieder da, hat in die Bremer und Hamburger Bürgerschaft den Einzug geschafft, ihren Wiedererwecker Christian Lindner gerade mit respektablem Ergebnis als Bundesvorsitzenden bestätigt und glaubt nun, ordentlich aufgestellt zu sein für die drei Landtagswahlen 2016.

Lindner hat die Liberalen verändert. Mit 21 Jahren Landtagsabgeordneter, heute mit 36 Bundesvorsitzender, hat er miterlebt, wie seine Vorgänger Guido Westerwelle und Philipp Rösler den Liberalismus bis an die Grenze zur Lächerlichkeit blamierten. Daraus wuchs eine "Alternative für Deutschland", die in ihrer Zerstrittenheit eben doch keine ist.

Die FDP ist wieder da, wir könnten sie sogar brauchen. Als Kraft zwischen einer nach links gerückten CDU und einer sehr beliebigen SPD. Flächenländer sind aber schwerer zu erobern als Stadtstaaten mit ihrer hanseatisch-kaufmännischen Tradition. Lindner wird also versuchen müssen, die FDP als Koalitions-Alternative zu den Grünen zu etablieren. Die Chancen stehen nicht schlecht.

hans-klemm@t-online.de
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