Kommentar von Hans Klemm
Der militante Islamismus kann auch in Deutschland zuschlagen

Not-Ausgang. Karikatur: Tomicek
Er könnte als "Mörderischer Freitag" eingehen in die Geschichtsbücher. Gestern jedenfalls zog der Terror seine blutige Spur durch afrikanische und arabische Länder bis nach Frankreich. Hass und Barbarei kennen keine Grenzen. Die Reaktion der Politik fällt entsprechend aus. Die Staatenlenker äußern Abscheu und Entsetzen. Inzwischen muss auch der Staatsbürger begreifen, dass dieser blindwütige Fanatismus nicht das Problem der Politik ist, es ist unser aller Aufgabe und Auftrag, die Augen offen zu halten. Der militante Islamismus kann zu jeder Zeit und an jedem Ort zuschlagen.

Die Nato hat sich auf ihre Fahnen das Motto "Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit" geschrieben. Der Satz galt der Bedrohung aus dem Osten. In Richtung Moskau darf man an diesem Satz durchaus festhalten. Aber die Grundaussage muss inzwischen weiter gefasst sein: Die Gefahr lauert nicht jenseits der Staatsgrenze, sie ist eingesickert. Die Innenminister jedenfalls schätzen die Terrorgefahr weiterhin hoch ein, aber einer Ausweitung der Schleierfahndung wollten sie nicht zustimmen - mit Ausnahme Bayerns. Ein falsches Signal der für die innere Sicherheit zuständigen Politiker.

hans-klemm@t-online.de
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