Kommentar von Hans Klemm
"Gewehr bei Fuß" für das Kommando Ursula von der Leyen

Präzisionsgewehr. Karikatur: Tomicek
Made in Germany hat weltweit einen herausragenden Ruf. Maschinen und Autos aus Deutschland sind gefragt, Waffentechnologie fände reißenden Absatz, wären da nicht die strengen Ausfuhrbeschränkungen. Werften bauen hochmoderne U-Boote, der Leopard gilt als der leistungsfähigste Kampfpanzer. Zum Bau eines einsatzfähigen Gewehrs reicht die Ingenieurskunst offenbar nicht.

Am G36, der Standardwaffe des Soldaten, wird seit seiner Einführung Ende der neunziger Jahre herumgemäkelt. Ja, das Vorgängermodell G3, ebenfalls von Heckler & Koch, war ein "Schießprügel", 4,4 Kilogramm schwer, mit einem Rückstoß, der manch blaue Schulter hinterließ. Aber das G3 war zuverlässig, robust und hatte mit dem Nato-Kaliber 7,62 ordentliche Durchschlagskraft. Das G36 sollte leichter (3,5 Kilo), mit kleinerem Kaliber und modernster Zielerfassung die Einsatzfähigkeit steigern. Der Kompromiss ist offenbar misslungen. Gewichtseinsparung ging auf Kosten der Stabilität, zuviel Plastik, zuwenig Stahl.

Wie bei der Bundeswehr üblich, hat es ein paar Jahre gedauert, bis die Mängelmeldungen aus der Truppe bis nach oben drangen. Jetzt liegen sie auf dem Tisch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dem selbst ernannten Aufräumkommando innerhalb der Bundeswehr.

hans-klemm@t-online.de
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