Kommentar von Hans Klemm
Hilfsbereitschaft der Menschen in Vorra mit Füßen getreten

Nürnberger Weihnachtsmarkt. Karikatur: Tomicek
Die Menschen in Vorra waren bestens vorbereitet. 80 Asylbewerber aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens sollten in ihrem 1200-Seelen-Ort Aufnahme finden. Ein Unterstützerkreis hatte sich gebildet. Der Brandanschlag macht nicht nur drei Gebäude unbrauchbar, er verhöhnt auch die Hilfsbereitschaft der Menschen an der Pegnitz.

Die Politik reagiert auf solche Anschläge mit Entsetzen, Abscheu und kündigt hartes Durchgreifen an. Das hört sich stramm an, verrät aber auch Hilflosigkeit. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Lage recht nüchtern analysiert: "Das Klima wird rauer". 200 000 Flüchtlinge werden heuer Aufnahme in unserem Land finden, auch in der Oberpfalz, auch hier begleitet von Unterstützerkreisen. Solche Gruppen braucht es flächendeckend, mit möglichst bekannten Gesichtern aus dem öffentlichen Leben. Sie helfen, Ängste zu dämpfen.

Überfremdung und Islamisierung sind die Stichworte, unter denen sich nicht nur rechtsradikale Rattenfänger auf die Straße trauen. "Pegida" ist deshalb so brisant, weil sich weit in bürgerliche Schichten hinein ein Misstrauen aufgebaut hat gegen gesellschaftliche Strömungen, die ein humanistisch-christlich geprägtes Europa für überkommen und altvorderisch halten.

hans-klemm@t-online.de
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