Kommentar von Hans Klemm
Kulturelles Erbe der Menschheit unwiederbringlich verloren

Einigkeit in der Führungsetage. Karikatur: Tomicek
Sie metzeln "Ungläubige" nieder, sie zählen Moslems der schiitischen Glaubensrichtung zu ihren Todfeinden, sie köpfen Geiseln oder schneiden ihnen die Kehle durch. Die Terroristen, die sich selbst "Islamischer Staat" nennen und mit "Staat" nicht das geringste gemein haben, lösen einen erneuten internationalen Aufschrei aus. 3000 Jahre alte Kunst- und Kulturschätze der Assyrer sind unwiederbringlich verloren.

Der Barbarei vermag offenbar niemand Einhalt zu gebieten. Wenn, wie jetzt in Nimrud, Raupen und Bagger historische Stätten niederwalzen, versagte die Satelliten-Aufklärung der US-geführten Allianz. Nichts ist zu hören und zu sehen von Luftangriffen. Die irakische Armee ist hilflos und überfordert, sie müsste auch gegen Teile der früheren Saddam-Hussein-Armee kämpfen, die sich im IS zusammengerottet haben. Bis zum Bürgerkrieg ist es nur noch ein kleiner Schritt.

In eine derart geschichts- und gesichtslose Gedankenwelt lässt es sich nicht vordringen. Im Ukraine-Konflikt sitzen die Parteien zumindest am Verhandlungstisch, sie suchen nach Lösungen. Mit der IS-Terrormiliz lässt sich solange kein Gesprächsfaden knüpfen, solange die klammheimliche Duldung oder gar Unterstützung aus der Türkei, dem Iran oder Saudi-Arabien nicht enden.

hans-klemm@t-online.de
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