Kommentar von Hans Klemm
Marode Kasernen sind das kleinste Problem der Bundeswehr

Eilige drei Könige. Karikatur: Tomicek
Der FDP-Politiker Hellmut Königshaus ist so ziemlich der letzte Politiker seiner Partei, der noch öffentlich Gehör findet. Als scheidender Wehrbeauftragter hat er mit seinem letzten Bericht dem Bundestag und der Verteidigungsministerin einen Sprengsatz vor die Tür gelegt. Neben den bekannten Mängeln wie der überalterten Ausrüstung, fehlenden Ersatzteilen für Gerät, überteuerten Waffenkäufen oder verspäteter Auslieferung nun also auch ein maroder Zustand der Kasernen. Die Kehrseite: Frisch sanierte Unterkünfte wurden von heute auf morgen plattgemacht.

Königshaus wärmt im Grunde ein sattsam bekanntes Problem der Bundeswehr - besser: des Wasserkopfes im Ministerium - neu auf: Gelder werden verprasst und fließen unkontrolliert in Milliarden schwere Rüstungsausgaben. Eine Reform jagt die nächste, der Soldat steht im letzten Glied und fühlt sich als der Gelackmeierte.

Ursula von der Leyen versucht zumindest, den Sumpf trockenzulegen. Zwei Spitzenbeamte hat sie aus ihrem Ministerium entfernt, externe Berater zugezogen. Das alleine wird nicht reichen, um die Truppe so attraktiv und schlagkräftig aufzustellen, wie sich die Ministerin das vorstellt. Es braucht auch Mittel, deren Einsatz von der ersten Sekunde an penibel überwacht werden. Und es braucht langfristige Perspektiven für junge Männer und Frauen, die sich die Uniform noch anziehen wollen.

hans-klemm@t-online.de
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