Kommentar von Hans Klemm
Politik muss auch an die nächste Rentner-Generation denken

Waterworld. Karikatur: Tomicek
Die Wirtschaft brummt, die Zahl der Beschäftigten erreicht Rekordstände, Löhne und Gehälter steigen, die Inflationsrate ist bei Null. Das spüren nun auch die Rentner. Nach der Systematik des Sozialstaates profitieren auch sie, sogar kräftiger als erwartet. Dieselbe Berechnungsgrundlage hat, das sei nicht vergessen, auch zu vier Nullrunden seit 2004 geführt.

Nun ein spürbarer Aufschlag also, der sich zusätzlich zu den Erziehungszeiten für Mütter und der abschlagsfreien Rente mit 63 problemlos finanzieren lässt. Soweit die glänzende Seite der Zustandsbeschreibung im Jahr 2015. Nur: Für einen sorgenfreien Lebensabend reicht das Renten-Niveau zu oft nicht mehr aus. Es liegt inzwischen bei unter 50 Prozent des letzten Arbeitseinkommens mit weiter sinkender Tendenz. Ruheständler rücken damit an die Armutsgrenze oder fallen darunter. Die Bundesregierung mag mit dem Ist-Zustand zufrieden sein. Die Risiken auszublenden, hilft nur noch ein paar Jahre. Der gestrige Equal Pay Day erinnerte an eines der Problemfelder, nämlich die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern für dieselbe Tätigkeit.

Vorsorge für das Alter wird schwieriger. Renditen für Lebensversicherungen sinken, der Traum von den eigenen vier Wänden lässt sich in Ballungsräumen nicht mehr verwirklichen. Politik und Tarifparteien müssen hier einen Ausgleich finden. Sozialer Friede ist ein nicht zu unterschätzendes Gut.

hans-klemm@t-online.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Kommentare (5736)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.