Kommentar von Josef Maier
Spiel für den Staatsanwalt

Um bei der "Sommermärchen-Affäre 2006" in der Fußballersprache zu bleiben: Beide "Teams" neutralisieren sich zwei Wochen nach Bekanntwerden der pikanten Details derzeit. Die Attacken des "Spiegels" und seines Helfershelfer Theo Zwanziger sorgen zwar beim Gegner immer wieder für viel Unruhe, der entscheidende, alles beweisende Vorstoß war aber noch nicht dabei. Die andere Seite mit Niersbach, Beckenbauer und Co. wirkt in der Verteidigung oft angeschlagen, fahrig, agiert nervös. Insgesamt hält sie aber den Angriffen stand. Man belauert sich, verzögert, spielt auf Zeit.

Aber wir alle wollen alle schnell wissen, wie dieses Spiel ausgeht. Deswegen wird es Zeit, dass die deutsche Justiz eingewechselt wird. Auch wenn es nur um Fußball geht, dieses Thema ist von nationaler Bedeutung. Und deshalb kann es nicht sein, dass etwa der DFB private Ermittler beauftragt, die klären sollen, was da innerhalb der eigenen Zentrale und des WM-Organisationskomitees vor einigen Jahren ablief. Mauscheleien sind da nicht ausgeschlossen. Jetzt wurde bekannt, dass es da zwischen Befragern und Befragten sogar freundschaftliche Kontakte gibt.

Nein, staatliche Stellen müssen ran. Wie in den USA und der Schweiz, wo FBI und Staatsanwaltschaft in Sachen Fifa ermitteln. Nur eine unabhängige Justiz kann für den Sieg sorgen - auf welcher Seite auch immer.

josef.maier@derneuetag.de

Fußball

Ingolstadt in einem großen Stadion

Ingolstadt.(dpa) Für den kleinen FC Ingolstadt steht die erste Partie in einem der großen Fußball-Stadien der Bundesliga an - nach dem überraschend starken Saisonstart wollen sich die Oberbayern aber auch von der 60 000-Zuschauer-Arena auf Schalke nicht einschüchtern lassen. "Wir wollen versuchen, unsere Haut so teuer wie möglich zu verkaufen", betonte Trainer Ralph Hasenhüttl vor dem Gastspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) und betonte selbstbewusst: "Meine Mannschaft hat schon oft gezeigt: Je größer die Kulisse, desto gieriger ist sie." Nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie wollen die Ingolstädter mit einem Erfolg ihren Platz im Tabellenmittelfeld wieder festigen.

Damit die gute Auswärtsbilanz auch auf Schalke gewahrt bleibt, setzt Ingolstadt auf Kapitän und Abwehrchef Marvin Matip, der trotz einer Verletzung am Mittelfuß auflaufen soll. Der 30-Jährige versucht, sich "bis zur Länderspielpause durchzuhangeln".
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