Kommentar von Jürgen Herda
Irgendwas mit Energie: Das Trauerspiel zum Klimawandel

"Wieso muss ich gerade an Griechenland denken?" Karikatur: Tomicek
Das Singspiel am Nockherberg muss die Realität nicht mehr zuspitzen: Als Seehofers, Söders und Dobrindts Doubles grübelten, wie noch mal diese Frau, die Kabinettskollegin heißt, sagt einer über sie: "Die macht irgendwas mit Energie." Das trifft auch auf die Landes- und die Bundesregierung zu.

Irgendwas mit Energiewende versprach die Kanzlerin nach Fukushima: schnellen Atomausstieg und Förderung regenerativer Energiequellen. Als letztere dann boomten und die Energiekonzerne vor allem die Solarenergie als Preistreiber diffamierten, drehte die Regierung der Solarindustrie den Hahn zu. China sagt danke und übernimmt diesen Zukunftsmarkt.

Irgendwas mit Preisbremse wollte Sigmar Gabriel als Wirtschaftsminister der Großen Koalition beisteuern, pfuschte ins "neue" EEG mit rein und versucht sich durch Schulterschluss mit Kohle-Lobby und TTIP-Anhängern als Genosse der Bosse 4.0 zu präsentieren.

Irgendwas mit Gaskraftwerken will die Landesregierung anstelle von Windrädern und Stromtrassen durchsetzen. Und während sich der Weltklimarat vom Minimalziel - Klimaerwärmung um zwei Grad bis 2050 - bereits verabschiedet, bekommt die Bundesregierung nicht mal den Steuerbonus für energieeffiziente Haussanierung auf die Reihe. Alles in allem ist die aktuelle Energiepolitik irgendwas mit viel Wind um nichts.

juergen.herda@derneuetag.de
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