Kommentar von Jürgen Herda
Keine halben Sachen bei der Ganztagsschule

Goldene Brücken. Karikatur: Tomicek
Ab 2018 soll jedes Kind unter 14 Jahren in Bayern einen Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung in den Schulen erhalten. Man tut gut daran, das vollmundige Etikett des bayerischen Staatsmarketings genauer unter die Lupe zu nehmen.

Erster Kratzer im Lack: Der Anteil rein schulischer Ganztagsplätze liegt lediglich bei 9,6 Prozent - keine Meisterleistung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 26 Prozent.

Zweite Ungereimtheit: Schulminister Ludwig Spaenle (CSU) setzt auf die Vier-Tage-Ganztagsschule: Montag bis Donnerstag und bis 16 Uhr. Für berufstätige Eltern keine Lösung.

Dritter Haken: Nach 16 Uhr, freitags und in den Ferien soll Betreuung Sache der Kommunen sein - für finanzschwache Gemeinden ein K.-o.-Kriterium.

Viertes Haar in der Suppe: Das Kultusministerium hält sich bedeckt, welche Mittel sie für welches Modell von Ganztagsschule verwenden möchte - das spricht dafür, dass die Regierung eine Billiglösung anstrebt.

Keine gute Idee, denn eine gute Ausbildung, unabhängig von Herkunft und Haushaltseinkommen, sorgt für die begehrten Fachkräfte von morgen.

juergen.herda@derneuetag.de
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