Kommentar von Jürgen Umlauft
Bayern kann noch mehr für den Klimaschutz leisten

Blicken wir einmal 80 Jahre nach vorne. Irgendwo in der Oberpfalz hat sich eine Familie zum Weihnachtsgrillen auf der Terrasse versammelt. Ein greiser Mann hat seine Urenkel auf dem Schoß und erzählt von seiner Kindheit nach der Jahrtausendwende. Als man im Winter draußen auf der Straße Schneeballschlachten machte, am Hang gegenüber Schlitten fuhr und auf dem Dorfteich mit Schlittschuhen lief. Staunend und mit großen Kulleraugen hören die Kleinen zu. Schnee? Winter? Eis? Draußen, und nicht in einer künstlich heruntergekühlten Halle? "Ur-Opa, du schwindelst!"

Die Szene ist keine Science-Fiction. Selbst wenn nicht alles so eintreten sollte, wie es der neue Klimareport für Bayern vorhersagt, der schon heute spürbare Rückzug des Winters, die allfällige Zunahme von Wetterextremen, die schleichende Veränderung unserer Flora und Fauna werden kommen. Das ist die Kernaussage.

Klar, der bayerische Anteil an der Erderwärmung liegt im Promillebereich. Aber als eines der weltweit führenden High-Tech- und Exportländer dürfte Bayern schon etwas mehr für den Klimaschutz leisten als die Renaturierung von Mooren und die Förderung von Elektro-Autos.

Umweltministerin Scharf mag sich offenbar nicht mit der Wirtschafts- und Agrarlobby anlegen. Sonst müsste sie den größten Klimakillern hierzulande, dem Verkehr und der Massentierhaltung, energisch den Kampf ansagen.

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