Kommentar von Jürgen Umlauft
Dampf machen für die Elektrifizierung

Es war so finster und so bitterkalt ... Karikatur: Tomicek
Es ist ein Trauerspiel. Schon 1990 hat der Landtag erste Dringlichkeitsanträge zur Elektrifizierung der Bahnlinien in Nordostbayern verabschiedet. Geschehen ist nichts. Während die Fernstraßen nach Thüringen, Sachsen und Böhmen inzwischen mit Milliardenaufwand in einen Top-Zustand versetzt wurden, ruckeln die Züge noch immer auf Trassen aus dem 19. Jahrhundert. Nur dass keine Dampfloks mehr fahren. Gerade erst hat der Bund fast 700 Millionen Euro für den Ausbau bayerischer Fernstraßen bewilligt, für die Schienen beträgt das Plus genau 0 Cent.

Dabei drängt die Zeit. Einige Strecken gehören zum europäischen Kernnetz, die EU gewährt für deren Ausbau bis zu 40 Prozent Zuschuss. Doch das Programm läuft 2030 aus. 15 Jahre noch, das klingt lang. Die Erfahrungen der vergangenen 25 Jahre geben aber Anlass zur Skepsis. Die Schienenstränge im Nordosten Bayerns waren vor der Zeit des Eisernen Vorhangs bedeutende Magistralen. Das müssen sie im zusammenwachsenden Europa wieder werden. Den Verantwortlichen in Berlin muss das mit Penetranz eingebläut werden. Eigentlich ein Fall für ganz oben. Horst Seehofer, übernehmen Sie!

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