Kommentar von Jürgen Umlauft
Taten statt Worte: Zeit für eine Entscheidung in der Energiepolitik

Herbergssuche. Karikatur: Tomicek
Es spricht inzwischen einiges dafür, dass sich die Deutschen 2011 im Fukushima-Schock etwas zu euphorisch in das Abenteuer Energiewende gestürzt haben. Das Thema ist komplex, es ist eine technische Herausforderung, und es ist emotional. Insofern könnte der von der Staatsregierung angekündigte Dialogprozess eine gute Gelegenheit sein, um sich noch einmal zu besinnen.

Nur leider kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Horst Seehofer nur deshalb zum Dialog lädt, um die eigene Konzeptlosigkeit zu überdecken. Gemäß dem Motto: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründ' ich einen Arbeitskreis.

Dabei liegen die Fakten nach Dutzenden Expertenrunden längst auf dem Tisch. Ein Dialogforum, dessen Ergebnis ist, dass man miteinander geredet hat, löst kein einziges Problem. Und Hand auf's Herz: Glaubt wirklich jemand, Seehofer ließe sich durch gute Argumente noch von seiner 10H-Regel für Windräder abbringen oder sich in einen Stromtrassenfreund verwandeln?

Zum Reden war seit Fukushima genug Zeit, jetzt braucht es endlich Entscheidungen. Die muss die Politik unter Abwägung aller Konsequenzen treffen. So war es beim Gymnasium, so wird es bei der Energiewende sein - Dialogprozess hin oder her.

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