Kommentar von Martin Bink
"Die griechische Tragödie": Seifenoper statt großem Drama

Karikatur: Tomicek
Vorhang auf zum letzten Akt im Schauspiel "Die griechische Tragödie"? Letzter Akt? Nein! Mit dem Ruf nach einer Volksabstimmung in Griechenland will der Premier nur noch mehr Druck auf EU, EZB und IWF aufbauen. Denn vor der Wahl versprach Alexis Tsipras seinen Landsleuten: Die Renten werden erhöht, entlassene Staatsbedienstete erhalten ihre Jobs wieder, Privatisierungen soll es keine geben und zudem gibt es einen Schuldenschnitt.

Die Menschen haben ihm geglaubt, das zarte Pflänzchen Aufschwung, das unter der Vorgänger-Regierung von Antonis Samaras zu keimen begonnen hatte, verkümmerte nach Tsipras' Amtsantritt. Ist trotzdem etwas besser geworden im Land? Nein! Aber Alexis Tsipras wäre nicht der, der er ist, wenn er nicht noch einige Winkelzüge, Finten, Drohkulissen in petto hätten, bis die Versprechen in die Realität umgesetzt worden sind. Koste es was es wolle.

Verantwortung für Griechenland, gar für Europa? Vergesst es! "Die griechische Tragödie" ist schon längst kein Drama mehr, sondern eine Seifenoper. Tägliche Fortsetzung garantiert.

martin.bink@derneuetag.de
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