Kommentar von Martin Bink
Ein schöner Plan und die schnöde Realität

Arbeitsbesuch in Japan. Karikatur: Tomicek
Es ist gerade einmal ein Jahr her, da forderten Bundespräsident Joachim Gauck, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Deutschland müsse sich stärker militärisch engagieren. Nun bringt Jean-Claude Juncker den Gedanken einer Europa-Armee ins Spiel. Denn große Gefahren wie die Steinzeit-Islamisten des IS beispielsweise oder den Expansionsdrang Russlands könne ein Land allein nicht mehr in die Schranken zu weisen.

Das ist richtig. Aber der Plan hat trotzdem keine Chance auf schnelle Realisierung. Denn die Souveränität eines Staates liegt auch in der Befehlsgewalt über eine eigene Armee. Und Staaten geben ungern einen Teil ihrer Souveränität her. Die Bundeswehr kann derzeit außer Soldaten nichts zu einer Europa-Armee beitragen. Zu groß sind die Mängel bei der Ausrüstung. Zudem: Nach der nationalen und der Struktur der Nato eine weiter aufzubauen und zu unterhalten kostet Geld. Geld, das die Staaten für andere Dinge wie etwa die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dringender benötigen.

martin.bink@derneuetag.de
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